Jugend und Arbeit

Dieser Arbeitsschwerpunkt des Vereins Jugendarbeit Hamm Norden e.V. ist ein Unterstützungsangebot für den Übergang von der Schule ins Berufsleben.

Als Zielgruppe dieser Maßnahmen gelten vor allem die Schüler der ortsansässigen Hauptschule (Karlschule) sowie Schulabgänger, Schulabbrecher und arbeitslose Jugendliche. Sie werden durch verschiedene Angebote, die im Folgenden näher erläutert werden, an das Berufsleben herangeführt und vorbereitet. Dabei können u.a. individuelle Fähigkeiten der Jugendlichen erkannt und weiter ausgebaut werden. Zudem wird von ihnen Eigenverantwortung gefordert sowie die berufliche Motivation gestärkt.

Diese Ziele werden jedoch nicht nur in speziell darauf ausgerichteten Angeboten verfolgt, sondern auch in die offene Jugendarbeit und die Erziehungshilfen integriert. Hierbei werden die Mitarbeitenden überwiegend beraterisch tätig.

HTS – Projektabschnitt Holz

Projektabschnitt Holz

Das fast fertig gestellte Werkstück wird vom Handwerksmeister genau überprüft. Der Charakter einer richtigen Ausbildung soll hierbei mit vermittelt werden.

Handwerk trifft Schule

Im Mai 2007 wurde gemeinsam mit dem Rotary-Club Hamm sowie der Karlschule mit der Entwicklung eines Projektes zur Förderung von Schülern des 9. Jahrgangs begonnen. Start des Projektes war am 12. August 2008, es erstreckt sich über zwei Schuljahre.

Projektbeteiligte:

  • Rotary-Club-Hamm
  • Jugendarbeit Hamm Norden e.V.
  • Karlschule (Hauptschule)

Handwerksbetriebe:

  • Humpe Metallbau GmbH
  • Willy Wities GmbH
  • Schreinerei Ruschmeier
  • Elektrotechnik Mucha

Ziel ist es, speziell männliche Schüler zu fördern, da diese nach Beendigung der Schulzeit am meisten Schwierigkeiten haben, sich in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Für die Teilnahme am Projekt mussten die Schüler im Vorfeld ein Bewerbungsverfahren durchlaufen. Insgesamt haben 12 Schüler die Aufnahme in den Kurs geschafft.

Projektinhalte:

  • Vermittlung von praktischen und theoretischen Grundkenntnissen in den Bereichen „Holz“, „Metall“ und „Elektrik“
  • Erlernen von sozialen Fähigkeiten
  • Verbesserung der Bewerbungskompetenzen
  • Schaffung von Identifikation mit der Kursgruppe
  • Erhöhung der beruflichen Chancen auf dem 1. Arbeitsmarkt
  • Kontaktherstellung zu ausbildenden Handwerksbetrieben
  • Förderung von Teamfähigkeit und Selbsteinschätzung

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Projektablauf:

Die Inhalte werden jeden Montag im Rahmen von drei Unterrichtsstunden in der Zeit von 13:30 Uhr bis 15:30Uhr vermittelt. Ausübungsorte sind die Stadtteilwerkstatt sowie die Holzwerkstatt der Karlschule. Die Anleitung der verschiedenen handwerklichen Bereiche übernehmen je nach Themengebiet die Handwerksmeister der oben genannten Betriebe. Die Projektleitung sowie die pädagogische Begleitung der Teilnehmer erfolgt über den Verein.

Das Projekt ist in mehrere Themenblöcke gegliedert. Zu Beginn fand eine Kennlernphase sowie ein kurzer Kompetenzcheck statt, um einen guten, gemeinsamen Start in das Projekt ermöglichen und einen Eindruck der einzelnen Projektteilnehmer bekommen zu können.

Der Themenblock „Metall“ beginnt nach den Herbstferien und umfasst einen theoretischen sowie einen praktischen Teil. Hierbei wird es den Projektteilnehmern ermöglicht, erste Grundfertigkeiten in diesem Bereich zu erlangen und sich handwerklich auszuprobieren.

Am Ende des Halbjahres soll bei guter Mitarbeit als Bonus eine gemeinsame, freizeitpädagogische Gruppenaktion stattfinden.

Das 2. Schulhalbjahr wird mit dem Themenblock „Holz“ beginnen und hat ebenfalls die Vermittlung theoretischer sowie praktischer Fertigkeiten zum Ziel.

Ein weiterer Themenblock wird das Bewerbungstraining sein, bei dem vor allem das Einüben von „realitätsnahen“ Bewerbungsgesprächen mit „echten Handwerksmeistern“ im Vordergrund stehen soll.

Zum Abschluss des Schuljahres soll das bisher Erlernte den Eltern präsentiert werden.

Im Schulhalbjahr 2009/10 wird der Bereich “Elektrik” im Vordergrund stehen. Zudem haben die Teilnehmer dann ab dem 2. Schulhalbjahr die Möglichkeit, alles bisher Gelernte aus den Bereichen “Holz”, “Metall” und “Elektrik” anhand eines übergreifenden Werkstückes zu verknüpfen und auszuprobieren.

Berufsvorbereitung in der Karlschule
Ein Großteil der berufsvorbereitenden Maßnahmen findet in Kooperation mit der Karlschule, einer Hauptschule im Stadtteil Hamm Norden, statt. Hierbei stehen vor allem das Entdecken sowie die Förderung von individuellen aber auch berufsrelevanten Fähigkeiten im Vordergrund. Alle Projekte wurden bzw. werden von den TeilnehmerInnen bewertet, um im Anschluss Inhalte und Zielerreichung überprüfen zu können.
Kompetenzfeststellungsverfahren 9S an der Karlschule
Jedes Jahr vor dem Sommerferien führt das Team der Jugendarbeit Hamm-Norden in Kooperation mit der Karlschule ein Kompetenzfeststellungsverfahren für eine speziell eingerichtete Klasse von schulmüden Jugendlichen durch.

Die Organisation, Leitung und Auswertung dieses Projektes obliegt den Mitarbeitern des Vereins. Unterstützung bekommen sie von den entsprechenden KlassenlehrerInnen, der Schulsozialarbeiterin sowie einer weiteren Beobachterin. Durchführungsorte sind das Pfarrheim der Clemens-August-Graf-von-Galen-Gemeinde, die Karlschule sowie das Martin-Berthold-Haus.

Die Inhalte bestehen in der Durchführung einer „kleinen Zukunftswerkstatt“, dem Anfertigen und Gestalten eines Holz-Stundenplanes, einer Auseinandersetzung mit dem Thema „Kommunikation“, verschiedenen Team- und Vertrauensübungen, erlebnispädagogischen Elementen sowie dem Erstellen eines Klassenwappens. Zum Abschluss erfolgen die Rückmeldungsgespräche. Ziel ist es, durch diese verschiedenen Inhalte innerhalb der sechs Tage ein möglichst genaues Bild von jedem einzelnen Schüler zu bekommen.

Die TeilnehmerInnen werden während des gesamten Projektes nach vorher festgelegten Kriterien gezielt beobachtet. Dabei werden jedem Beobachter bei jeder Übung zwei bis drei SchülerInnen neu zugeteilt. Beobachtungskriterien sind:

  • Kommunikationsfähigkeit
  • Selbstvertrauen
  • Arbeitsorganisation/Problemlösefähigkeit
  • Motivation
  • Teamfähigkeit
  • Motorik

Alle beteiligten Fachkräfte werten die Beobachtungen für jede(n) TeilnehmerIn täglich gemeinsam aus, so dass zum Abschluss des Projektes ein Gesamtbild von jedem Schüler entstehen kann. Am letzten Tag finden in Einzelgesprächen die Rückmeldungen über die Beobachtungen anhand der sechs dargestellten Merkmale statt.

Nach Abschluss des Kompetenzfeststellungsverfahrens wird für jeden Teilnehmer ein individueller Förderplan in schriftlicher Form erstellt. Dieser wird den SchülerInnen zu Beginn des neuen Schuljahres ausgehändigt und ist maßgebend für die weitere schulische Förderung im Rahmen des Regelunterrichtes. Der Förderplan ist darüber hinaus Bestandteil eines Zertifikats, welches die SchülerInnen auch später für ihre Bewerbungen nutzen können.

Offene Sprechstunde im Martin-Berthold-Haus

Im Rahmen einer Sprechstunde, die nach vorheriger Terminabsprache stattfinden kann, haben alle Jugendlichen die Möglichkeit, Hilfen bei der Erstellung von Bewerbungsanschreiben und Lebensläufen in Anspruch zu nehmen. Zudem nutzen viele Jugendliche die Möglichkeit, sich über das Internet selbständig sowie mit Unterstützung Informationen über verschiedene Berufsbilder und freie Ausbildungsstellen zu verschaffen. Auch Hintergrundinformationen bezüglich ortsnaher Ausbildungsmöglichkeiten werden häufig angefragt. Insbesondere zu den aktuellen Bewerbungszeiten kann eine große Resonanz dieser Hilfen auf Seiten der Jugendlichen festgestellt werden.